Übung im richtigen Lesen der Bibel: Im Kontext verstehen und ins Leben übertragen
Übung im richtigen Lesen der Bibel: Im Kontext verstehen und ins Leben übertragen
Der größte Unterschied für Menschen, die mit dem Bibelstudium beginnen, liegt meist nicht im Mangel an Wissen, sondern im Fehlen einer klaren Richtung. Es ist schwer zu entscheiden, wo man anfangen soll, worauf man achten muss und ob man richtig liest. Manchmal wirkt das Lesen ermüdend, ohne dass irgendetwas hängen bleibt, oder ein Vers berührt einen tief, aber man ist unsicher, worin die Bedeutung liegt. In solchen Momenten braucht es nicht komplizierte Techniken, sondern eine richtige Herangehensweise. Die Bibel ist kein Buch, das Verwirrung stiftet – sie offenbart die Wahrheit Gottes eindeutig. Der erste Schritt im Bibelstudium besteht also nicht darin, immer mehr zu wissen, sondern dem Text demütig zuzuhören, was er wirklich sagt.
Die Bibel erklärt selbst, warum sie geschrieben wurde. Römer 15,4 sagt: „Denn alles, was zuvor geschrieben wurde, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Ausdauer und durch die Ermutigung der Schrift Hoffnung haben.“ Außerdem bezeugt Psalm 19,7: „Die Gesetzung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt die Seele.“ Bibelstudium ist kein Anhäufen religiöser Informationen, sondern eine Umwandlung von Denken, Herz und Leben vor dem vollständigen Wort Gottes. Die Heilige Schrift ist keine bloße Botschaft, die je nach Laune unterschiedliche Bedeutungen annimmt, sondern eine Offenbarung, die Gott in Wahrheit gegeben hat. Daher sollte beim Lesen stets gefragt werden: „Was sagt Gott zuerst?“ anstelle von „Was fühle ich?“
Hierbei helfen die grundlegenden Schritte Beobachten, Interpretieren, Anwenden. Zunächst ist Beobachten wichtig – was sagt der Text wirklich? Wer spricht, an wen, in welcher Situation, welche Wiederholungen gibt es, sind es Gebote, Versprechen oder Warnungen? Wenn im Text zum Beispiel „Darum“ steht, muss der Zusammenhang vorher mitgelesen werden. Wörter wie „aber“, „vielmehr“, „dies“, „deshalb“ sind wichtige Anhaltspunkte. Viele Missverständnisse entstehen nicht durch schwierige Interpretation, sondern durch das Übersehen dieser kleinen Hinweise.
Das zweite ist die Interpretation. Hierbei zählt nicht der Geschmack, sondern der Zusammenhang. Jedes Buch der Bibel wurde in seiner jeweiligen Zeit und Situation geschrieben. Das Evangelium berichtet vom Dienst Jesu Christi, die Briefe beschäftigen sich mit der Gemeinde und den Gläubigen vor Ort, die Psalmen sind Gebete und Lobpreis vor Gott. Wenn man die Genre nicht beachtet, liest man den Text leicht schief. Beispielsweise dürfen poetische Ausdrücke in den Psalmen nicht sofort als formale Lehrsätze verstanden werden, ebenso wird die Bedeutung der Briefe verfälscht, wenn man sie ohne historischen Hintergrund liest. Interpretation bedeutet, zuerst zu verstehen, was die Worte ursprünglich bedeuten und in welcher Situation sie geschrieben wurden.
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