2. Mose 23 verbindet ein gerechtes Leben mit dem Dienst an Gott
2. Mose 23 gebietet, in Worten und Gerichtsverfahren gerecht zu handeln, Armen und Fremden Ruhe zu ermöglichen, sich von anderen Göttern fernzuhalten und auf das Wort des HERRN zu hören.

- Mose 23 stellt gerechtes Urteilen, Ruhe für Schwache und den ausschließlichen Dienst am HERRN in einen gemeinsamen Zusammenhang. Das Volk sollte sich weder mit seinen Worten noch vor Gericht zum Bösen hinreißen lassen. Auch im Umgang mit Land und Arbeit sollte es für das Leben anderer sorgen. Der Text zeigt außerdem, wie das Volk diese Gebote halten, auf die Stimme des von Gott gesandten Engels hören und zum verheißenen Ort gelangen sollte.
Weder die Mehrheit noch die Lebensumstände dürfen den Ausschlag geben
Die Verse 1 bis 9 gebieten, in Worten und Gerichtsverfahren gerecht zu handeln. Man soll keine haltlosen Gerüchte verbreiten und sich nicht mit einem Schuldigen verbünden, um als falscher Zeuge aufzutreten. Ebenso wenig darf man Böses tun oder ungerecht aussagen, nur weil die Mehrheit auf dieser Seite steht.
Der Text verbietet zugleich zwei falsche Arten, mit armen Menschen umzugehen. Vers 3 warnt davor, einen Armen in seinem Rechtsstreit allein wegen seiner Armut zu begünstigen. Vers 6 gebietet umgekehrt, das Recht eines Armen nicht zu beugen. Man darf also weder automatisch für jemanden Partei ergreifen, weil er arm ist, noch ihm seine Rechte verwehren, weil ihm Macht und Einfluss fehlen. Entscheidend sind nicht die Zahl der Unterstützer oder die Lebensumstände eines Menschen, sondern eine gerechte Beurteilung des Falls.
Darauf folgt das Gebot, sich von jeder Lüge fernzuhalten und keinen Unschuldigen oder Gerechten zu töten. Bestechung macht selbst die Augen Sehender blind und verdreht die Worte der Gerechten. Gerechtigkeit bleibt deshalb keine bloße innere Haltung. Sie zeigt sich darin, welche Aussagen wir verbreiten, wessen Zeugnis wir unterstützen und ob wir uns durch einen persönlichen Vorteil in unserem Urteil beeinflussen lassen.
Auch das Tier eines Feindes darf man nicht sich selbst überlassen
Gerechtigkeit endet nicht vor den Türen des Gerichts. Wer einem verirrten Rind oder Esel seines Feindes begegnet, soll das Tier unbedingt zu seinem Besitzer zurückbringen. Auch wenn der Esel eines Menschen, der einen hasst, unter seiner Last zusammenbricht, darf man ihn nicht liegen lassen. Gemeinsam mit dem Besitzer soll man das Tier von seiner Last befreien und ihm helfen.
Ob der andere ein Feind ist oder nicht, darf hier nicht über das eigene Handeln entscheiden. Ein verirrtes Tier soll zurückgebracht und ein unter schwerer Last zusammengebrochenes Tier wieder aufgerichtet werden. So wie weder die Mehrheit noch die Armut das Urteil vor Gericht verzerren durfte, darf auch persönliche Feindschaft uns nicht davon abhalten, notwendige Hilfe zu leisten.
Das Gebot, Fremde nicht zu unterdrücken, ist ebenso konkret. Weil die Israeliten selbst als Fremde in Ägypten gelebt hatten, kannten sie deren Lage. Der Text stellt ihre eigene Erfahrung nicht als Rechtfertigung dafür dar, andere Fremde zu bedrängen, sondern als Grund, sie nicht zu unterdrücken.
Im siebten Jahr und am siebten Tag sollen auch andere ruhen
Die Verse 10 bis 12 räumen dem Land und den Arbeitenden Zeiten der Ruhe ein. Sechs Jahre lang durfte das Volk das Land bestellen und seinen Ertrag einbringen. Im siebten Jahr sollte es die Felder jedoch unbewirtschaftet ruhen lassen. Was dort von selbst wuchs, sollten die Armen essen, und was übrig blieb, war für die wilden Tiere bestimmt. Dasselbe Gebot galt für Weinberge und Olivenhaine.
Auch die Ruhe des siebten Tages nach sechs Arbeitstagen war nicht nur dem Hausherrn vorbehalten. Rind und Esel sollten ruhen, und der Sohn der Magd sowie der Fremde sollten neue Kraft schöpfen. Im siebten Jahr wurde der Ertrag des Landes den Armen und den wilden Tieren zugänglich; am siebten Tag erhielten die arbeitenden Menschen und Tiere eine Ruhepause. Die wiederkehrende siebte Zeit macht deutlich: Wenn der Besitzer seine Arbeit niederlegt, sollen auch diejenigen zur Ruhe kommen, die von ihm abhängig sind.
Auch bei den Festen und im verheißenen Land gilt es, dem Wort des HERRN zu folgen
Das Volk sollte jedes Jahr drei Feste feiern. Beim Fest der ungesäuerten Brote erinnerte es sich an den Auszug aus Ägypten und aß zur festgesetzten Zeit sieben Tage lang ungesäuertes Brot. Beim Erntefest brachte es die ersten Früchte dessen ein, was es auf dem Feld ausgesät hatte. Beim Fest der Lese sammelte es am Jahresende den Ertrag seiner Felder ein. Die besten Erstlinge des Landes sollten in das Haus des HERRN gebracht werden. So nahmen die Erinnerung an den Auszug und die Zeiten der Ernte in Festen und Gaben konkrete Gestalt an.
Ab Vers 20 verheißt Gott, seinen Engel vor dem Volk herzusenden, um es auf dem Weg zu bewahren und an den vorbereiteten Ort zu bringen. Das Volk sollte auf seine Stimme hören und nach Gottes Wort handeln. Es durfte weder die Götter der Bewohner des Landes verehren noch deren Lebensweise übernehmen oder mit ihnen und ihren Göttern einen Bund schließen.
Gott kündigte an, die Bewohner des Landes nicht innerhalb eines einzigen Jahres vollständig zu vertreiben. Stattdessen wollte er sie nach und nach weichen lassen, bis das Volk zahlreich genug wäre, das Land in Besitz zu nehmen. Dadurch sollte verhindert werden, dass das plötzlich verlassene Land verödete und sich die wilden Tiere so stark vermehrten, dass sie dem Volk gefährlich wurden. Während die Israeliten dem Engel Gottes folgten, der ihnen vorausging, durften sie sich dennoch nicht dem Dienst an anderen Göttern zuwenden.
Die Gebote in 2. Mose 23 behandeln Worte, Gerichtsverfahren, das Tier eines Feindes, Felder, Arbeit, Feste und das verheißene Land nicht als voneinander getrennte Bereiche. Ein Leben nach dem Wort des HERRN beginnt damit, Lügen zu meiden. Es setzt sich darin fort, die Rechte der Armen und Fremden zu schützen und Menschen wie Tieren Raum zur Ruhe zu lassen. Und es reicht bis zu der Entscheidung, keine anderen Götter zu verehren.
Eine konkrete Handlung für heute besteht darin, unbestätigte Aussagen über andere nicht weiterzugeben. Wenn Sie etwas über jemanden gehört haben, aber nicht prüfen können, ob es wahr ist, erzählen Sie es nicht weiter. So können Sie das erste Gebot dieses Kapitels, keine haltlosen Gerüchte zu verbreiten, unmittelbar in Ihren eigenen Worten und Gesprächen befolgen.
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