Wie können wir beten, wenn uns etwas fehlt?
Anhand der nächtlichen Szene in Lukas 11 betrachten wir, wie wir unseren Mangel vor Gott bringen sollen, und die Zusage des himmlischen Vaters, der denen, die bitten, den Heiligen Geist gibt.
Hast du dich schon einmal zum Beten hingesetzt, aber den Mund nicht aufbekommen, weil du nicht wusstest, womit du anfangen solltest? Lukas 11 sagt, dass wir unseren Mangel nicht verbergen, sondern Gott darum bitten sollen. Jesus verbindet diese Bitte mit der Zusage des himmlischen Vaters, der den Heiligen Geist gibt.
Der Mangel, der um Mitternacht sichtbar wurde
Ein Mann geht mitten in der Nacht zu einem Freund und bittet ihn, ihm drei Brote zu leihen. Ein Freund, der auf der Reise ist, ist zu ihm gekommen, aber er hat nichts, womit er ihn bewirten kann. Der Mann sagt, was ihm fehlt, und bittet konkret um das, was er jetzt braucht.
Der Freund im Haus antwortet, die Tür sei schon geschlossen. Auch die Kinder lägen mit ihm im Bett, deshalb könne er nicht aufstehen und ihm etwas geben. Hier stehen die Not des Bittenden und die Lage dessen, der sich hinter der Tür befindet, einander gegenüber.
Jesus sagt, selbst wenn der Freund nicht wegen der Freundschaft aufstehe, werde er wegen der Beharrlichkeit des anderen aufstehen und ihm so viel geben, wie er brauche. Der Text erklärt nicht, wie oft der Mann gebeten hat. Deshalb können wir Beharrlichkeit nicht auf eine bestimmte Zahl von Wiederholungen festlegen. Klar erkennbar ist im Text: Er bat um das, was er brauchte, und erhielt es nach seinem Bedarf.
Die Aufforderung, zu bitten, zu suchen und anzuklopfen
Jesus sagt anschließend: Bittet, sucht und klopft an. Wer bittet, empfängt; wer sucht, findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Wenn wir einen Mangel feststellen, sollen wir ihn nicht einfach verbergen, sondern ihn Gott vortragen.
Wir müssen diese drei Ausdrücke nicht in verschiedene Gebetsmethoden aufteilen. Der Text sagt wiederholt, dass der Bittende, der Suchende und der Anklopfende eine Antwort erhält. Wenn du erkannt hast, was dir fehlt, kannst du es Gott sagen.
Gott nicht mit dem schlafenden Freund gleichsetzen
Wir dürfen das Bild des Freundes, der nachts die Tür schließt und sich hinlegt, nicht einfach auf Gott übertragen. Jesus spricht unmittelbar danach über das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Welcher Vater würde seinem Sohn, wenn er um einen Fisch bittet, eine Schlange geben oder ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion geben?
Jesus sagt, dass selbst ein Mensch mit all seinen Unzulänglichkeiten weiß, wie er seinen eigenen Kindern Gutes geben kann. Dann sagt er, dass der himmlische Vater denen, die ihn bitten, den Heiligen Geist gibt. Der Text erklärt nicht ausführlich, wann die Antwort kommt oder wie jede einzelne Bitte ausgeht. Stattdessen macht er klar, an wen wir uns wenden. Beten heißt nicht, jemanden zu überreden, der sich widerwillig bewegt, sondern den himmlischen Vater zu bitten, der den Heiligen Geist gibt.
Heute das, was wir brauchen, in einem Satz sagen
Schreibe zuerst eine Sache auf, die dir gerade fehlt. Wie der Mann, der um Brot bittet, kannst du konkret sagen, für wen und was du brauchst. Lege die Antwort nicht vorher fest und schmücke deine Worte nicht aus, sondern bringe dein gegenwärtiges Bedürfnis so, wie es ist, vor Gott.
Erinnere dich danach an die Zusage, dass der himmlische Vater denen, die bitten, den Heiligen Geist gibt. Höre nicht auf zu beten, weil du nur auf das gewünschte Ergebnis schaust, sondern bitte um den Geist, dessen Gabe Gott ausdrücklich zugesagt hat. Vor oder nach dem Gebet kannst du Lukas 11 direkt lesen und noch einmal prüfen, was Jesus über das Bitten und die Zusage des Vaters gesagt hat.
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