Genesis 50: Was tat Josef nach Jakobs Tod?
In Genesis 50 sehen wir, wie Josef Jakobs Begräbnisauftrag erfüllt, seine vor Vergeltung fürchtenden Brüder beruhigt und Gottes Verheißung weitergibt.

Josef hielt nach Jakobs Tod den Begräbnisauftrag seines Vaters ein und versprach seinen Brüdern, die sich vor Vergeltung fürchteten, keine Angst zu haben und sich um ihre Familie zu kümmern. Genesis 50 zeichnet nacheinander Jakobs Beisetzung, das Gespräch der Brüder und Josefs letzte Mahnung auf. An diesen Szenen können wir erkennen, was Josef angesichts des Todes und des früheren Bösen getan hat.
Warum hatten die Brüder Angst vor Josef?
Als Jakob starb, dachten Josefs Brüder, Josef könne sie hassen. Sie fürchteten, er werde ihnen all das Böse vergelten, das sie ihm angetan hatten. Was sie zu Lebzeiten ihres Vaters nicht offen ausgesprochen hatten, trat nach Jakobs Tod in Worte.
Die Brüder schickten Josef eine Nachricht und ließen ihm sagen, was ihr Vater hinterlassen habe. Darin baten sie ihn, ihre Verfehlung und ihre Sünde zu vergeben. Danach fielen die Brüder direkt vor Josef nieder und sagten, sie seien seine Knechte. Was sie wissen wollten, war, ob Josef die Vergangenheit mit Vergeltung vergelten würde.
Josef hielt den Begräbnisauftrag seines Vaters ein
Josef trauerte zunächst ausreichend um den Tod seines Vaters. Er warf sich über das Gesicht seines Vaters, weinte und küsste ihn. Er befahl den Ärzten, den Leichnam seines Vaters mit wohlriechenden Stoffen zu behandeln, und auch die Ägypter trauerten siebzig Tage lang um Jakob.
Nach Ablauf der Trauerzeit ging Josef zu Pharao und bat um Erlaubnis, in das Land Kanaan hinaufzuziehen und seinen Vater zu begraben. Jakob hatte ihn ja schwören lassen, dass er in der Grabstätte beigesetzt werde, die er selbst vorbereitet hatte. Pharao erlaubte Josef, nach diesem Schwur zu handeln.
Josef zog zusammen mit seinen Brüdern, den Angehörigen des Hauses seines Vaters sowie den Beamten und Ältesten Ägyptens nach Kanaan hinauf. Sie klagten unterwegs laut, und Josef trauerte sieben Tage lang um seinen Vater. Die Söhne Jakobs begruben ihn nach dem Befehl ihres Vaters in der Höhle des Feldes Machpela. Nachdem das Begräbnis beendet war, kehrte Josef mit seinen Brüdern nach Ägypten zurück.
Josef versprach Schutz statt Vergeltung
Als Josef ihre Worte hörte, weinte er. Er sagte seinen Brüdern, sie sollten sich nicht fürchten, und fragte sie, ob er an Gottes Stelle treten könne. Obwohl sie sagten, sie würden Knechte werden, drohte Josef ihnen nicht und erklärte auch keine Vergeltung.
Josef verschwieg nicht, dass seine Brüder versucht hatten, ihm Böses anzutun. Er sagte jedoch, dass Gott dies zum Guten gewendet und dadurch das Leben vieler Menschen gerettet habe. So unterschied er zwischen der bösen Tat der Brüder und dem Ergebnis, das Gott herbeigeführt hatte.
Er sagte seinen Brüdern erneut, sie sollten sich nicht fürchten. Er versprach, für sie und ihre Kinder zu sorgen, und tröstete sie mit eindringlichen Worten. Josefs Antwort endete nicht mit einer Erklärung der Vergangenheit. Sie führte weiter zu einem konkreten Versprechen, die Familie künftig zu versorgen.
Josefs letzte Worte richteten sich auf Gottes Verheißung
Josef lebte in Ägypten mit seiner Familie zusammen und wurde 110 Jahre alt. Als sein Tod nahte, sagte er seinen Brüdern, dass er sterben werde, aber Gott werde sich ihrer annehmen. Er sagte ihnen, dass Gott sie aus Ägypten herausführen und in das Land bringen werde, das er Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid verheißen habe.
Josef ließ die Israeliten schwören, dass sie seine Gebeine mit hinaufnehmen würden. Danach starb Josef im Alter von 110 Jahren, und sein Leichnam wurde in Ägypten mit wohlriechenden Stoffen einbalsamiert und eingesargt. Genesis 50 endet mit Josefs Tod, doch seine letzten Worte weisen auf das Werk Gottes hin, der die Israeliten in das verheißene Land führen wird.
Lesen wir heute Josefs Antwort noch einmal
Lies heute Genesis 50,19-21 langsam noch einmal. Es lohnt sich, Schritt für Schritt zu sehen, wie Josef das Böse seiner Brüder beschreibt, wie er erklärt, was Gott bewirkt hat, und was er den ängstlichen Brüdern verspricht. In diesen drei Versen erkennt Josef das vergangene Böse an, erklärt aber keine Vergeltung, sondern verbindet seine Worte mit der Zusicherung von Trost und Fürsorge.
Quellenangabe
- Genesis 50,1-14
- Genesis 50,15-21
- Genesis 50,22-26
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