Wie bestimmt Deuteronomium 14 den Tisch eines heiligen Volkes?
Deuteronomium 14 behandelt die Unterscheidung zwischen erlaubten und verbotenen Speisen, den Zehnten und das Teilen mit Bedürftigen. Das Kapitel zeigt, wie sich der Tisch eines Volkes, das Gott gehört, von anderen unterscheidet und zugleich für den Nächsten öffnet.
Deuteronomium 14 zeigt, dass zum Tisch eines heiligen Volkes sowohl die Unterscheidung der Speisen als auch der gemeinsam verzehrte Zehnte und der Anteil für bedürftige Mitmenschen gehören. Der Abschnitt beginnt mit der Erklärung, dass Israel die Kinder des HERRN und sein heiliges Volk sind. Anschließend regelt er Schritt für Schritt, was sie essen dürfen und wie sie ihre Erträge teilen sollen. Heiligkeit ist nicht nur eine Bezeichnung, sondern zeigt sich im täglichen Umgang mit Nahrung und mit der jährlichen Ernte.
Das heilige Volk des HERRN unterschied auch bei seinen Speisen
Die Verse 1 und 2 nennen zunächst den Grund für zwei Verbote. Die Israeliten waren Kinder des HERRN, ihres Gottes, und aus allen Völkern der Erde dazu erwählt, sein Eigentumsvolk zu sein. Deshalb sollten sie sich wegen eines Toten weder Einschnitte am Körper zufügen noch das Haar über der Stirn abscheren.
Auch die anschließenden Speisevorschriften stehen im Zusammenhang mit dieser Erklärung. Vers 3 gebietet, nichts Verabscheuungswürdiges zu essen. Von Vers 4 an wird genau zwischen Tieren unterschieden, die gegessen werden dürfen, und solchen, die nicht gegessen werden dürfen. Erlaubt waren Tiere, deren Hufe gespalten waren und die wiederkäuten. Kamel, Hase, Klippschliefer und Schwein erfüllten dagegen jeweils nur eine der beiden Bedingungen und durften deshalb nicht gegessen werden. Von den Wassertieren waren nur diejenigen erlaubt, die Flossen und Schuppen hatten. Auch bei den Vögeln und den geflügelten Kriechtieren wurde festgelegt, welche gegessen werden durften und welche nicht.
Diese Unterscheidung blieb nicht einem unbestimmten Gefühl überlassen. Das Volk sollte sich an die im Text genannten Merkmale halten, etwa an gespaltene Hufe und Wiederkäuen oder an Flossen und Schuppen. In Vers 21 wird vor dem Verbot, ein verendetes Tier zu essen, erneut daran erinnert: Israel ist ein heiliges Volk des HERRN. Der Verzicht auf bestimmte Speisen bildete eine konkrete Grenze, die das Gott gehörende Volk in seinem Alltag beachten sollte.
Der Zehnte war ein Anteil, den man gemeinsam vor Gott verzehrte
Ab Vers 22 richtet sich der Blick vom Essen auf den Ertrag des Landes. Das Volk sollte jedes Jahr den Zehnten von Getreide, Wein und Öl abgeben und auch die Erstgeborenen der Rinder und Schafe an dem Ort essen, den Gott erwählen würde. Vers 23 erklärt, dass die Israeliten dort lernen sollten, den HERRN, ihren Gott, allezeit zu fürchten. Einen Teil des Ertrags auszusondern und vor Gott zu essen, gehörte somit unmittelbar zum Erlernen der Gottesfurcht.
Auch für den Fall, dass der Weg zu weit war, um die Erzeugnisse dorthin zu bringen, gab es eine Regelung. Das Volk durfte seine Erträge gegen Geld eintauschen, das Geld mitnehmen und am erwählten Ort die gewünschten Speisen kaufen. Dort konnten die Familien gemeinsam essen und sich freuen. Das Gebot blieb also keine Vorschrift, die wegen einer großen Entfernung nicht umsetzbar gewesen wäre. Die Art des Transports durfte sich ändern, doch das gemeinsame Mahl der Familie vor Gott blieb bestehen.
Zu diesem Festmahl gehörte auch das Gebot, die Leviten nicht zu vernachlässigen. Sie besaßen unter dem Volk weder einen eigenen Anteil noch ein Erbteil. Der Tisch sollte daher nicht allein der Freude der eigenen Familie dienen, sondern auch die Lebenssituation der Leviten ohne Landbesitz berücksichtigen.
Im dritten Jahr kam der Zehnte den Bedürftigen in den Städten zugute
Die Verse 28 und 29 gebieten, am Ende jedes dritten Jahres ein Zehntel des Jahresertrags in den Städten einzulagern. Davon sollten die Leviten, die weder Anteil noch Erbteil besaßen, sowie die in der Stadt lebenden Fremden, Waisen und Witwen essen und satt werden. Der jährlich vor Gott verzehrte Zehnte und der im dritten Jahr in den Städten eingelagerte Zehnte dienten somit jeweils einem klar bestimmten Zweck.
Der Tisch des heiligen Volkes beschränkt sich in diesem Zusammenhang nicht darauf, zwischen erlaubten und verbotenen Speisen zu unterscheiden. Vor Gott sollten die Menschen gemeinsam mit ihren Familien essen und sich freuen. In ihren Städten sollten zugleich diejenigen satt werden, die kein eigenes Erbteil besaßen oder besonderen Schutz benötigten. Sowohl die Grenzen bei den Speisen als auch das Teilen der Erträge gehören nach diesem Kapitel zur Lebensweise eines heiligen Volkes des HERRN.
Eine konkrete Handlung für heute könnte darin bestehen, beim Planen einer Mahlzeit oder eines Einkaufs von Anfang an einen Anteil für einen anderen Menschen zurückzulegen. Dabei geht es nicht darum, die im Text genannten Anteile und Ordnungen nach eigenem Ermessen zu übertragen. Entscheidend ist vielmehr, nicht nur den eigenen Tisch zu füllen, sondern dafür zu sorgen, dass auch ein anderer Mensch tatsächlich etwas zu essen bekommt. Lesen Sie noch einmal den gesamten Gedankengang von Deuteronomium 14 und achten Sie darauf, wie das Gebot, Speisen zu unterscheiden, mit dem Auftrag verbunden wird, andere essen und satt werden zu lassen.
Ähnliche Beiträge
Wie sollen wir nach Deuteronomium 26 mit den Früchten des empfangenen Landes umgehen?
Deuteronomium 26 verbindet die Darbringung der Erstlingsfrüchte und des Zehnten mit dem Bekenntnis, sich an die Vergangenheit zu erinnern, und mit dem Teilen, das die Mitmenschen satt werden lässt.
Numeri 18: Wie wurden die Aufgaben und Anteile am Heiligtum verteilt?
Numeri 18 legt die unterschiedlichen Zuständigkeiten der Priester und Leviten fest, weist ihnen Opfergaben und den Zehnten als Anteil zu und gebietet, auch vom empfangenen Zehnten das Beste darzubringen.
Zu den Gelübden in 3. Mose 27 gehörten festgesetzte Werte und verbindliche Pflichten
3. Mose 27 regelt die Schätzung und Auslösung von Menschen, Tieren, Häusern und Feldern, die durch ein Gelübde geweiht wurden. Der Beitrag zeigt, wie die wiederkehrenden Vorschriften die Verantwortung des Gelobenden verdeutlichten.
Machen Sie aus diesem Artikel Ihre heutige Bibellese
McCheyne-Plan, fortlaufendes Lesen, Notizen und Fortschritt bleiben zusammen, damit der nächste Abschnitt klar ist.
- Heutige Abschnitte
- Lese-Checkliste
- Notizen und Markierungen
