Welche Verantwortung gebot Deuteronomium 3 angesichts des bereits empfangenen Landes?
Deuteronomium 3 berichtet von der Niederlage Ogs, des Königs von Baschan, von der Verteilung des Landes östlich des Jordan, vom Auftrag, den Brüdern bewaffnet voranzuziehen, und von der Verantwortung, die anschließend Josua übertragen wurde.
Im Mittelpunkt von Deuteronomium 3 steht das Gebot, dass diejenigen, die bereits Land erhalten hatten, zuerst hinüberziehen und für ihre Brüder kämpfen sollten, die noch kein Land besaßen. Gott gab Og, den König von Baschan, in die Hand Israels, und Mose verteilte das eroberte Land unter den Stämmen Ruben und Gad sowie dem halben Stamm Manasse. Doch für die Stämme, die ihr Erbteil zuerst erhalten hatten, war der Kampf damit noch nicht beendet.
Auch befestigte Städte konnten Israel nicht aufhalten
Og, der König von Baschan, zog mit seinem ganzen Volk nach Edreï, um gegen Israel zu kämpfen. Gott sagte Mose, er solle sich nicht vor Og fürchten. Mit ihm werde er ebenso verfahren wie zuvor mit Sihon, dem König von Heschbon.
Es geschah genauso, wie Gott es angekündigt hatte. Er gab Og und dessen Volk in die Hand Israels, und Israel nahm alle sechzig Städte Baschans ein. Diese Städte waren von hohen Mauern umgeben und durch Tore und Riegel gesichert. Der Text stellt ihre starke Befestigung unmittelbar dem Ergebnis gegenüber: Keine einzige von ihnen blieb uneingenommen. Die Verteidigungsanlagen wirkten mächtig, konnten aber nichts an dem ändern, was Gott mit den Worten angekündigt hatte: Fürchtet euch nicht.
Dieser Sieg wiederholte, was zuvor mit Sihon geschehen war. Als Gott Mose aufforderte, Og nicht zu fürchten, erinnerte er zunächst an Sihon. Später sagte auch Mose zu Josua, er habe alles gesehen, was Gott diesen beiden Königen angetan hatte. Die beiden bereits errungenen Siege wurden so zu einem konkreten Grund, sich vor dem Land, in das Israel noch hinüberziehen sollte, nicht zu fürchten.
Auch die Stämme, die ihr Erbteil zuerst erhalten hatten, mussten mit hinüberziehen
Mose gab das östlich des Jordan eroberte Land den Nachkommen Rubens und Gads sowie dem halben Stamm Manasse. Auch die Grenzen legte er genau fest. Das Arnontal, Gilead, Baschan sowie das Land bis zum Jabbok, zur Araba und zum Jordan wurden zum Erbteil der jeweiligen Stämme.
Die wehrfähigen Männer dieser Stämme durften jedoch nicht in ihren Städten bleiben. Ihre Frauen, Kinder und zahlreichen Viehherden konnten dort zurückbleiben, doch die Männer mussten bewaffnet den übrigen Israeliten voranziehen und den Jordan überqueren. Auch der Zeitpunkt ihrer Rückkehr war klar bestimmt: Erst nachdem ihre Brüder ebenfalls jenseits des Jordan Land erhalten und als Erbteil in Besitz genommen hatten, durften sie in ihr eigenes Erbteil zurückkehren.
Das zuerst empfangene Erbteil entband sie nicht von ihrer gemeinsamen Verantwortung. Obwohl ihre Familien und ihr Vieh bereits einen sicheren Ort hatten, sollten die Männer ihren Brüdern vorangehen, die noch kein Erbteil erhalten hatten. Sie sollten gemeinsam weiterziehen, bis Gott auch ihren Brüdern Ruhe schenkte, so wie er sie ihnen selbst geschenkt hatte.
Auch wenn Mose nicht hinüberziehen durfte, musste er Josua stärken
Mose bat Gott darum, hinübergehen und das schöne Land jenseits des Jordan sehen zu dürfen. Doch Gott erklärte ihm, dass er den Jordan nicht überqueren werde. Stattdessen ließ er ihn vom Gipfel des Pisga aus nach Westen, Osten, Norden und Süden blicken und befahl ihm, Josua einzusetzen, ihm Mut zu machen und ihn zu stärken.
Obwohl Moses Bitte nicht erfüllt wurde, kam die Landnahme des Volkes nicht zum Stillstand. Josua sollte diese Aufgabe übernehmen. Mose erinnerte ihn daran, dass er die Niederlage der beiden Könige selbst miterlebt hatte. Dann gebot er ihm, sich auch vor den Völkern, denen sie künftig begegnen würden, nicht zu fürchten. Die Zusage, dass Gott für Israel kämpfen werde, gründete sich auf das, was er bereits an Sihon und Og getan hatte.
Deuteronomium 3 berichtet nicht nur von Sieg und Landverteilung. Wer sein Erbteil zuerst erhalten hatte, sollte für das Erbteil seiner Brüder an vorderster Front kämpfen. Mose wiederum, der den Jordan nicht überqueren durfte, musste den nächsten Anführer stärken. Das empfangene Land war ein Ort zum Bleiben, zugleich aber auch der Ausgangspunkt für die noch ausstehende Verantwortung.
Lies heute noch einmal Deuteronomium 3 und fasse jeweils in einem Satz zusammen, was Gott getan hat, welchen Auftrag die zuerst bedachten Stämme erhielten und welche Aufgabe Josua anvertraut wurde. So wird deutlich, dass das Gebot, sich nicht zu fürchten, keine vage Ermutigung ist. Es steht vielmehr zwischen dem, was Israel bereits erlebt hatte, und der Verantwortung, die noch vor ihm lag.
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