Warum die Hebammen in Exodus 1 den Befehl des Königs missachteten
In Exodus 1 sehen wir, warum Schifra und Pua den Befehl des Königs von Ägypten missachteten und die Jungen am Leben ließen, sowie eine Entscheidung, die wir heute prüfen sollten.

Schifra und Pua fürchteten Gott, deshalb missachteten sie den Befehl des Königs von Ägypten und ließen die hebräischen Jungen am Leben. Exodus 1 zeigt nacheinander die Unterdrückung, die aus der Furcht des Königs entstand, und die Entscheidung der beiden Hebammen.
Die Furcht des neuen Königs führte zur Unterdrückung
Joseph, seine Brüder und alle Menschen jener Generation starben. Doch die Israeliten waren fruchtbar, vermehrten sich, wurden sehr stark und füllten das ganze Land. Danach begann ein neuer König, der Joseph nicht kannte, über Ägypten zu herrschen.
Der neue König sagte, dass die Israeliten zahlreicher und stärker seien als die Ägypter. Er befürchtete, dass sie sich im Kriegsfall mit den Feinden verbinden, gegen Ägypten kämpfen und das Land verlassen könnten, wenn sie weiter zunähmen. Der König fürchtete etwas, das noch nicht geschehen war, und beschloss, die Israeliten zu unterdrücken.
Der König setzte Aufseher ein und legte den Israeliten schwere Lasten auf. Sie mussten für den Pharao Pitom und Ramses bauen. Selbst während sie Lehm kneteten, Ziegel brannten und Feldarbeit verrichteten, ging die harte Arbeit weiter.
Trotz der Unterdrückung wurden die Israeliten immer zahlreicher
Anders als der König erwartet hatte, vermehrten sich die Israeliten umso mehr, je stärker sie unterdrückt wurden. Die Ägypter bekamen wegen der Israeliten Angst und machten ihr Leben noch schwerer. Exodus 1 hält sowohl fest, dass ihre Zahl wuchs, als auch, dass die Arbeit immer härter wurde.
Als die schwere Arbeit das Wachstum der Israeliten nicht aufhalten konnte, erließ der König ein direkt auf das Leben zielendes Gebot. Er befahl den hebräischen Hebammen Schifra und Pua, die Jungen zu töten und die Mädchen am Leben zu lassen, wenn ein Kind geboren werde. Die beiden Hebammen mussten entscheiden, wie sie auf den Befehl des Königs reagieren würden.
Die Hebammen fürchteten Gott
Schifra und Pua gehorchten dem Befehl des Königs von Ägypten nicht. Sie ließen die hebräischen Jungen am Leben. Was der Text als Grund für dieses Handeln ausdrücklich nennt, ist, dass die beiden Hebammen Gott fürchteten.
Der König rief die Hebammen zu sich und fragte sie, warum sie die Jungen am Leben gelassen hätten. Die Hebammen antworteten, dass die hebräischen Frauen kräftig seien und schon entbunden hätten, bevor sie selbst ankämen. Der Text bewertet diese Antwort nicht gesondert, sondern konzentriert sich darauf, dass die Hebammen Gott fürchteten, den Befehl des Königs missachteten und die Kinder am Leben ließen.
Gott erwies den Hebammen Gnade. Das Volk vermehrte sich weiter und wurde sehr zahlreich und überaus stark. Weil die Hebammen Gott ehrfürchtig begegneten, ließ Gott auch ihre Häuser gedeihen.
Das Objekt der Furcht bestimmt die Entscheidung
In Exodus 1 begegnen uns zwei verschiedene Arten von Furcht. Der König von Ägypten fürchtete die zahlreicher und stärker gewordenen Israeliten. Seine Furcht führte zu schwerer Arbeit und zu dem Befehl, die Kinder zu töten.
Schifra und Pua dagegen fürchteten Gott. Sie missachteten den Befehl des Königs und ließen die Jungen am Leben. Wen sie fürchteten, trennte die Entscheidung, Leben zu töten, von der Entscheidung, Leben zu retten.
Auch nach der Entscheidung der Hebammen endete die Unterdrückung nicht sofort. Der König befahl dem ganzen Volk, jeden hebräischen Jungen in den Nil zu werfen, sobald er geboren wurde. Dieser Text sagt also nicht, dass die Furcht vor Gott jede Schwierigkeit sofort beseitigt. Er zeigt vielmehr deutlich, wen die beiden Hebammen mitten im Druck fürchteten und wie sie handelten.
Eine Entscheidung für heute prüfen
Eine konkrete Handlung für heute ist, 2. Mose 1 zu lesen und eine Entscheidung zu prüfen, die gerade vor dir liegt. Frage dich: „Entscheide ich mich wegen des Drucks von Menschen, oder entscheide ich mich, weil ich Gott fürchte?“
Du musst nicht alle Probleme auf einmal angehen. Lege nur die eine Entscheidung, die du heute treffen musst, vor diese Frage. Statt das Verhalten von Schifra und Pua auf jede Situation eins zu eins zu übertragen, betrachte mit deiner eigenen Entscheidung zusammen den Grund für ihr Handeln, den der Text ausdrücklich nennt.
Textgrundlage
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- Mose 1,1-7
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- Mose 1,8-14
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- Mose 1,15-19
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- Mose 1,20-22
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