Warum ordnete Exodus 29 tägliche Opfer an?
Wir betrachten die Einsetzung der Priester, das siebentägige Sündopfer und die Brandopfer am Morgen und am Abend in Exodus 29 und verfolgen dabei, wie alles darauf hinführt, dass Gott mitten unter seinem Volk wohnt.

In Exodus 29 endet die Einsetzung der Priester nicht damit, dass sie ihre priesterlichen Gewänder anlegen. Aaron und seine Söhne wurden gewaschen und gesalbt, brachten Opfer dar und mussten sieben Tage lang in ihr Amt eingesetzt werden. Auch danach wurden jeden Morgen und jeden Abend Brandopfer dargebracht. Gott verhieß, seinem Volk am Zelt der Begegnung zu begegnen und mitten unter ihm zu wohnen.
Die Priester wurden nach einer festgelegten Ordnung in ihr Amt eingesetzt
Zunächst ließ Gott alles vorbereiten, was für die Einsetzung benötigt wurde: einen jungen Stier, zwei Widder sowie ungesäuertes Brot, ungesäuerte Kuchen und ungesäuerte Fladen. Aaron und seine Söhne kamen zum Eingang des Zeltes der Begegnung und wurden dort mit Wasser gewaschen. Aaron wurde mit den priesterlichen Gewändern, dem Kopfbund und dem heiligen Stirnblatt bekleidet; anschließend wurde Salböl über sein Haupt gegossen. Auch seine Söhne erhielten ihre Gewänder, Gürtel und Kopfbedeckungen.
Dieser Ablauf macht deutlich, dass das Priesteramt kein Rang war, den Aaron und seine Söhne aus eigener Kraft oder eigenem Anspruch an sich nahmen. Gott bestimmte die Opfergaben und Gewänder und ordnete an, wie sie gewaschen, bekleidet und gesalbt werden sollten. Aaron und seine Söhne konnten ihr Amt nur in der von Gott festgelegten Reihenfolge empfangen.
Die drei Opfertiere wurden auf unterschiedliche Weise behandelt
Zuerst legten Aaron und seine Söhne ihre Hände auf den Kopf des jungen Stieres. Er wurde vor dem HERRN geschlachtet und sein Blut an die Hörner des Altars gestrichen. Fleisch, Haut und Darminhalt wurden außerhalb des Lagers verbrannt. Der Text bezeichnet dieses Opfer ausdrücklich als Sündopfer.
Auch dem ersten Widder legten Aaron und seine Söhne die Hände auf. Sein Blut wurde ringsum an den Altar gesprengt, und der ganze Widder wurde auf dem Altar verbrannt. Dieses Opfer nennt der Text ein Brandopfer für den HERRN.
Der zweite Widder diente der Einsetzung. Von seinem Blut wurde etwas an das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne sowie an den Daumen ihrer rechten Hand und die große Zehe ihres rechten Fußes gestrichen. Blut vom Altar und Salböl wurden auf sie und ihre Gewänder gesprengt. Teile des Widders und Brot aus dem Korb wurden ihnen auf die Hände gelegt, vor dem HERRN als Weihegabe hin- und herbewegt und anschließend auf dem Altar verbrannt. So wurden die einzusetzenden Priester, ihre Gewänder und selbst die Opfergaben in ihren Händen auf die von Gott angeordnete Weise geheiligt und ausgesondert.
Aaron und seine Söhne aßen das Fleisch des Einsetzungswidders und das Brot an einem heiligen Ort. Kein Außenstehender durfte davon essen. Was bis zum Morgen übrig blieb, durfte nicht mehr gegessen, sondern musste verbrannt werden. Was Gott geheiligt hatte, musste also auch hinsichtlich der Personen, die davon aßen, und des dafür bestimmten Zeitraums nach seinem Gebot behandelt werden.
Auch nach der siebentägigen Einsetzung wurden weiterhin Opfer dargebracht
Die Einsetzung war nicht nach einem einzigen Tag abgeschlossen. Gott ordnete an, dass dieser Ablauf sieben Tage lang wiederholt und täglich ein junger Stier als Sündopfer dargebracht werden sollte. Auch der Altar musste sieben Tage lang entsühnt und gesalbt werden, damit er heilig war. Priester und Altar wurden nicht durch eine einmalige Erklärung vorbereitet, sondern durch den von Gott festgelegten siebentägigen Ablauf.
Nach diesen sieben Tagen sollten täglich zwei einjährige Lämmer geopfert werden: eines am Morgen und das andere am Abend. Zum abendlichen Opfer gehörten dasselbe Speisopfer und Trankopfer wie am Morgen. Dieses Brandopfer war keine einmalige Zeremonie für nur eine Generation, sondern sollte von Generation zu Generation beständig am Eingang des Zeltes der Begegnung dargebracht werden.
Die Einsetzung und das tägliche Brandopfer bilden hier einen zusammenhängenden Ablauf. Priester und Altar wurden sieben Tage lang geheiligt und ausgesondert; danach wurden an diesem Ort ununterbrochen morgens und abends Brandopfer dargebracht. Genau dort, am Eingang des Zeltes der Begegnung, wollte Gott seinem Volk begegnen und zu ihm reden. Er selbst war es, der das Zelt der Begegnung, den Altar und die Priester heiligte.
Die abschließenden Worte zeigen, worauf all diese Anordnungen hinauslaufen. Gott kündigte an, mitten unter den Israeliten zu wohnen und ihr Gott zu sein. Das Volk sollte erkennen, dass er es aus Ägypten herausgeführt hatte, um in seiner Mitte zu wohnen. Bei den wiederkehrenden Opfern in Exodus 29 geht es daher nicht bloß darum, fortwährend Opfergaben zu verbrennen. Sie begründeten eine von Gott gesetzte Ordnung: An dem von ihm bestimmten Ort brachten die von ihm berufenen Menschen morgens und abends Opfer dar, und dort begegnete Gott seinem Volk.
Lies heute noch einmal Exodus 29 und markiere dabei die Ausdrücke „sieben Tage“, „täglich“, „am Morgen“, „am Abend“ und „von Generation zu Generation“. So kannst du nachvollziehen, wie aus der einmaligen Einsetzung der tägliche Opferdienst hervorging und wie diese Wiederholung schließlich in der Verheißung mündete, dass Gott mitten unter seinem Volk wohnen werde.
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