Wie können wir Verantwortung übernehmen, wenn unsere Familie in Not gerät?
Erfahren Sie anhand von Genesis 44, warum Juda sich an Benjamins Stelle als Sklave anbot und wie wir in Krisenzeiten durch konkrete Taten Verantwortung für unsere Versprechen übernehmen können.

Wenn die eigene Familie in eine schwere Krise gerät, kann die Angst dazu verleiten, sich der Verantwortung zu entziehen. In Genesis 44 hält Juda jedoch an seinem Versprechen gegenüber seinem Vater fest und bittet darum, an Benjamins Stelle als Sklave bleiben zu dürfen. Diese Begebenheit zeigt: Verantwortung bedeutet nicht, Schwierigkeiten nur mitanzusehen, sondern den eigenen Anteil daran ganz konkret auf sich zu nehmen.
Der Silberbecher in Benjamins Sack
Josef wies seinen Verwalter an, die Säcke seiner Brüder mit Getreide zu füllen und auch ihr Geld wieder hineinzulegen. Außerdem ließ er seinen Silberbecher in Benjamins Sack stecken. Nachdem die Brüder die Stadt verlassen hatten, folgte ihnen der Verwalter und suchte nach dem Becher.
Die Brüder beteuerten, weder Silber noch Gold gestohlen zu haben. Doch bei der Durchsuchung wurde der Silberbecher in Benjamins Sack gefunden. Da zerrissen sie ihre Kleider, beluden ihre Esel erneut und kehrten alle gemeinsam in die Stadt zurück. Sie ließen Benjamin nicht allein zurück.
Juda sprach nicht von Ausreden, sondern von Verantwortung
Josef erklärte, nur derjenige, bei dem der Silberbecher gefunden worden war, müsse als Sklave bleiben. Alle anderen dürften zu ihrem Vater zurückkehren. Da trat Juda vor und schilderte zunächst die Situation seines Vaters und Benjamins.
Der Vater glaubte bereits, einen seiner Söhne verloren zu haben. Sollte nun auch Benjamin etwas zustoßen, würde er diesen schweren Kummer nicht überstehen. Juda erklärte außerdem, dass er seinem Vater persönlich dafür gebürgt hatte, Benjamin sicher zurückzubringen. Er hatte sein Versprechen nicht vergessen.
In der Bitte, an Benjamins Stelle zu bleiben, zeigte sich wahre Verantwortung
Juda fürchtete, dass sein Vater zusammenbrechen würde, wenn sie ohne Benjamin zurückkehrten. Deshalb bat er darum, an Benjamins Stelle als Sklave bleiben zu dürfen. Benjamin hingegen sollte mit den anderen Brüdern zu seinem Vater zurückkehren.
Juda sorgte sich nicht nur mit Worten um seine Familie. Selbst als er seine Freiheit verlieren konnte, war er bereit, den Preis dafür zu tragen, sein Versprechen zu halten. Die Verantwortung, die Genesis 44 vor Augen führt, besteht nicht darin, von anderen Opfer zu verlangen. Sie zeigt sich darin, einer übernommenen Aufgabe nicht auszuweichen und dort einzustehen, wo man gebraucht wird.
Setzen Sie heute eines Ihrer Versprechen in die Tat um
Schreiben Sie ein Versprechen auf, das Sie einem Familienmitglied oder einem nahestehenden Menschen gegeben, aber bisher aufgeschoben haben. Es sollte sich um etwas handeln, das Sie noch heute umsetzen können – etwa sich zu melden, jemanden zu begleiten oder eine übernommene Aufgabe zu Ende zu bringen. Beginnen Sie damit, bevor die andere Person Sie daran erinnern muss.
Wenn Sie Judas Entscheidung genauer nachvollziehen möchten, lesen Sie Genesis 44 selbst. Verantwortung in einer Krise zeigt sich nicht in großen Worten. Sie wird sichtbar, wenn wir uns an unser Versprechen erinnern und heute tatsächlich das tun, was wir übernehmen können.
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