Wie behandelt Levitikus 15 körperliche Ausflüsse und Unreinheit?
Levitikus 15 legt genau fest, wie weit sich die durch körperliche Ausflüsse verursachte Unreinheit auf Menschen und Gegenstände erstreckt, welche Wasch- und Wartezeiten gelten und wie die Reinigung nach dem Ende eines Ausflusses erfolgt.

Im Mittelpunkt von Levitikus 15 steht die Unterscheidung der durch körperliche Ausflüsse verursachten Unreinheit sowie der Weg zurück zur Reinheit durch Waschen, Warten und Opfer. Der Text erklärt nicht nur einen Menschen für unrein, sondern bestimmt zugleich, wie weit sich diese Unreinheit ausbreitet und wann sie endet. Levitikus 15,1–33 zeigt sowohl ihren Umfang als auch die einzelnen Schritte der Wiederherstellung.
Auch die Plätze, mit denen ein Mensch mit Ausfluss in Berührung kam, wurden unterschieden
Hatte ein Mann einen krankhaften Ausfluss, galt er als unrein. Das traf sowohl dann zu, wenn der Ausfluss aus seinem Körper austrat, als auch dann, wenn er sich im Körper staute. Die Vorschriften betrafen jedoch nicht nur seinen körperlichen Zustand. Auch das Bett, auf dem er lag, der Platz, auf dem er saß, und der Sattel, auf dem er ritt, wurden unrein.
Der Text wiederholt für jede Art von Berührung die erforderlichen Maßnahmen. Wer sein Bett berührte, sich auf einen von ihm benutzten Platz setzte oder seinen Körper berührte, musste seine Kleidung waschen und sich mit Wasser baden. Bis zum Abend blieb diese Person unrein. Dasselbe Verfahren galt für jemanden, der einen Gegenstand trug, der sich unter dem Erkrankten befunden hatte.
Auch für verschiedene Arten von Gegenständen gab es eigene Bestimmungen. Ein Tongefäß, das ein Mann mit Ausfluss berührt hatte, musste zerbrochen werden; ein Holzgefäß dagegen wurde mit Wasser abgespült. Unreinheit wurde somit nicht nach einem unbestimmten Empfinden beurteilt. Es war genau geregelt, welche Menschen, Plätze und Gegenstände betroffen waren und was danach zu tun war.
Waschen und Warten gehörten untrennbar zusammen
Die Verse 16 bis 18 bestimmen, dass ein Mann nach einem Samenerguss seinen ganzen Körper mit Wasser baden musste und bis zum Abend unrein blieb. Auch Kleidungsstücke oder Leder, auf die Samenflüssigkeit gelangt war, mussten mit Wasser gewaschen werden. Hatten ein Mann und eine Frau miteinander geschlafen und war es dabei zu einem Samenerguss gekommen, mussten sich beide baden und blieben bis zum Abend unrein.
Auch der Blutfluss einer Frau wurde entsprechend seiner Dauer und dem Umfang möglicher Berührungen behandelt. Während ihrer siebentägigen Unreinheit waren ebenfalls alle Plätze unrein, auf denen sie lag oder saß. Wer ihr Bett oder ihren Sitzplatz berührte, musste seine Kleidung waschen, sich baden und bis zum Abend warten.
Die Einzelbestimmungen für Männer und Frauen waren nicht identisch, doch das wiederkehrende Muster ist deutlich: Der körperliche Ausfluss wurde festgestellt, betroffene Menschen und Gegenstände wurden unterschieden, anschließend erfolgte die Waschung mit Wasser und eine festgelegte Wartezeit. Allein durch das Waschen wurde niemand sofort rein. Die Unreinheit endete erst, nachdem die vorgeschriebene Zeit verstrichen war.
Auch nach dem Ende des Ausflusses wurde das Reinigungsverfahren fortgesetzt
Endete ein länger anhaltender Ausfluss, musste ein gesondertes Verfahren eingehalten werden. Der Mann zählte sieben Tage, wusch danach seine Kleidung und badete seinen Körper in fließendem Wasser. Auch eine Frau wurde nach dem Ende ihres Ausflusses erst rein, nachdem sie sieben Tage gezählt hatte.
In beiden Fällen brachte die betreffende Person am achten Tag zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben zum Priester an den Eingang des Zeltes der Begegnung. Der Priester opferte die eine als Sündopfer und die andere als Brandopfer. Mit dem bloßen Ende des Ausflusses war das Verfahren also noch nicht abgeschlossen. Es mussten zunächst sieben Tage gezählt, die vorgeschriebenen Waschungen vorgenommen und schließlich am achten Tag die Opfer dargebracht werden.
Vers 31 nennt ausdrücklich das Ziel dieser Bestimmungen: Die Israeliten sollten von ihrer Unreinheit abgesondert werden, damit sie nicht das Heiligtum des HERRN in ihrer Mitte verunreinigten und dadurch sterben mussten. Deshalb bilden die Vorschriften über berührte Plätze und Gegenstände sowie die Opfer nach dem Ende eines Ausflusses einen zusammenhängenden Ablauf. Körperliche Ausflüsse wurden nicht ausschließlich als persönliche Angelegenheit behandelt. In der Gemeinschaft, in deren Mitte sich das Heiligtum befand, musste sorgfältig zwischen rein und unrein unterschieden werden.
Lies heute Levitikus 15 noch einmal und markiere die Stellen, an denen die Ausdrücke „waschen“, „bis zum Abend“, „sieben Tage“ und „am achten Tag“ vorkommen. Wenn du diesen wiederkehrenden Formulierungen folgst, kannst du deutlich erkennen, wie die Feststellung der Unreinheit, das Waschen und Warten nach einer Berührung sowie der Abschluss des Reinigungsverfahrens nach dem Ende eines Ausflusses voneinander unterschieden werden.
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