Warum wurden in 3. Mose 17 Opfer und Blut klar unterschieden?
In 3. Mose 17 wird geboten, Schlachtopfer zum Eingang des Zeltes der Begegnung zu bringen und kein Blut zu essen. Der Beitrag erklärt, warum der Ort des Opfers und das Blut als Träger des Lebens besonderen Regeln unterlagen.

In 3. Mose 17 wird den Israeliten geboten, Schlachtopfer nicht an einem beliebigen Ort darzubringen, sondern sie zum Eingang des Zeltes der Begegnung zu bringen. Außerdem dürfen sie keinerlei Blut essen. Damit sollte verhindert werden, dass Menschen eigenmächtig mit den Opfern für den HERRN und mit dem Blut als Träger des Lebens umgehen. In 3. Mose 17,3–14 werden deshalb der Ort des Opfers und der Umgang mit dem Blut wiederholt und ausführlich geregelt.
Die auf dem freien Feld geschlachteten Opfer mussten zum Zelt der Begegnung gebracht werden
Wenn ein Israelit ein Rind, ein Lamm oder eine Ziege schlachten wollte, musste er das Tier zuerst zum Eingang des Zeltes der Begegnung bringen. Dabei spielte es keine Rolle, ob es innerhalb oder außerhalb des Lagers geschlachtet wurde. Wer Blut vergoss, ohne das Tier zum Eingang des Zeltes der Begegnung zu bringen, galt als blutschuldig und sollte aus seinem Volk ausgerottet werden.
Dieses Gebot bestimmte nicht nur den Ort, an dem ein Tier geschlachtet werden durfte. Die Israeliten sollten die Opfer, die sie bisher auf dem freien Feld geschlachtet hatten, zum HERRN bringen und dem Priester übergeben. Der Priester brachte das Tier als Friedensopfer dar und sprengte sein Blut an den Altar des HERRN am Eingang des Zeltes der Begegnung. Auch das Fett wurde auf dem Altar verbrannt. Vom Schlachten des Tieres bis zum Umgang mit Blut und Fett musste alles vor der Wohnung des HERRN nach der vorgeschriebenen Ordnung geschehen.
Vers 7 zeigt, wovon dieses Gebot die Israeliten abgrenzen sollte. Sie durften den Bocksdämonen, denen sie zuvor nachgelaufen waren, keine Opfer mehr darbringen. Die Anweisung, keine Opfer mehr auf dem freien Feld zu schlachten, sondern sie zum Eingang des Zeltes der Begegnung zu bringen, stellte eindeutig klar, wem die Opfer gelten sollten. Diese Ordnung war nicht nur für eine begrenzte Zeit bestimmt, sondern wurde als bleibende Satzung für alle Generationen gegeben.
In den Versen 8 und 9 wird derselbe Maßstab noch einmal genannt. Nicht nur die Israeliten, sondern auch die Fremden, die unter ihnen lebten, mussten Brand- und Schlachtopfer zum Eingang des Zeltes der Begegnung bringen und sie dort dem HERRN darbringen. Unabhängig von der Person und der Art des Opfers galt: Ein Opfer durfte nicht an einem selbst gewählten Ort dargebracht werden.
Blut war nicht zum Essen bestimmt, sondern gehörte auf den Altar
Ab Vers 10 folgt das Verbot, Blut zu essen. Auch dieses Gebot galt sowohl für die Israeliten als auch für die Fremden, die unter ihnen lebten. Wiederholt wird die ernste Folge genannt: Wer irgendeine Art von Blut aß, sollte aus seinem Volk ausgerottet werden.
Der Text erklärt unmittelbar, warum Blut verboten war: Denn das Leben des Fleisches ist im Blut. Gott hatte das Blut für den Altar bestimmt, damit dadurch Sühnung für das Leben erwirkt wurde. Es war nicht dazu da, von Menschen als Nahrung verzehrt zu werden, sondern musste am Altar seinem festgelegten Zweck entsprechend verwendet werden. Hier greifen die zuvor beschriebene Handlung des Priesters, der das Blut des Opfers an den Altar sprengte, und das Verbot, Blut zu essen, ineinander.
Auch mit dem Blut von erlegtem Wild oder von Vögeln durfte man nicht beliebig umgehen. Wurde ein Tier oder Vogel gejagt, der gegessen werden durfte, musste man sein Blut ausfließen lassen und mit Erde bedecken. Das Blut eines Opfertieres wurde an den Altar gesprengt, während das Blut eines erlegten Tieres auf die Erde floss und anschließend bedeckt wurde. Die Art der Behandlung war unterschiedlich, doch in beiden Fällen galt derselbe Grundsatz: Das Blut durfte nicht gegessen werden. Vers 14 erklärt noch einmal, dass das Blut jedes Lebewesens mit seinem Leben verbunden ist, und wiederholt sowohl das Verbot als auch dessen Folgen.
Der vorgeschriebene Ort und die festgelegte Behandlung verhinderten einen eigenmächtigen Umgang mit dem Leben
Die beiden Gebote in 3. Mose 17 ziehen klare Grenzen. Opfer mussten zum Eingang des Zeltes der Begegnung gebracht und dem HERRN dargebracht werden. Blut als Träger des Lebens durfte der Mensch nicht essen. Beim Schlachten eines Tieres oder beim Darbringen eines Opfers sollten die Israeliten nicht nach eigenen Vorstellungen handeln, sondern den von Gott bestimmten Ort und die vorgeschriebene Behandlung beachten.
Auch wenn jemand ein verendetes oder von einem wilden Tier gerissenes Tier aß, musste er bestimmte Reinigungsvorschriften befolgen. Sowohl Einheimische als auch Fremde mussten ihre Kleider waschen und ihren Körper mit Wasser reinigen; bis zum Abend galten sie als unrein. Unterließen sie die Reinigung, mussten sie ihre Schuld tragen. Bis zum Ende des Kapitels wird genau beschrieben, wie Menschen nach dem Kontakt mit dem Tod eines Tieres handeln sollten und welche Folgen eine Missachtung hatte.
Wenn Sie heute 3. Mose 17 lesen, markieren Sie in Vers 5 die Worte „zum Eingang des Zeltes der Begegnung“, in Vers 11 „auf den Altar gegeben“ und in Vers 13 „mit Erde bedecken“. Vergleichen Sie, wie der Ort des Opfers, das Blut eines Opfertieres und das Blut eines erlegten Tieres jeweils behandelt werden sollten. So wird deutlich, wie diese Gebote verhinderten, dass Menschen eigenmächtig über Opfer und Leben verfügten.
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