Warum brachte Aaron in 3. Mose 9 zuerst sein eigenes Opfer dar?
In 3. Mose 9 brachte Aaron zunächst die Opfer für sich selbst und anschließend die Opfergaben des Volkes dar. Wir betrachten, wie die Opfer nach Gottes Gebot dargebracht wurden und daraufhin die Herrlichkeit des HERRN erschien.

In 3. Mose 9 brachte Aaron zunächst ein Sündopfer und ein Brandopfer für sich selbst dar, bevor er die Opfer des Volkes übernahm. Danach brachte er in der festgelegten Reihenfolge das Sündopfer, das Brandopfer, das Speisopfer und das Friedensopfer für das Volk dar. Als alles vollendet war, erschien die Herrlichkeit des HERRN dem ganzen Volk.
Aaron und das Volk bereiteten die gebotenen Opfergaben vor
Am achten Tag rief Mose Aaron, seine Söhne und die Ältesten Israels zusammen. Er wies Aaron an, ein fehlerloses Kalb als Sündopfer und einen fehlerlosen Widder als Brandopfer darzubringen. Auch die Israeliten sollten Tiere und Gaben für das Sündopfer, das Brandopfer, das Friedensopfer und das Speisopfer vorbereiten.
Mose kündigte an, dass der HERR an diesem Tag dem Volk erscheinen werde. Daraufhin brachten die Israeliten alles, was Mose angeordnet hatte, vor das Zelt der Begegnung. Die ganze Gemeinde trat herzu und stellte sich vor den HERRN.
Bevor die versammelte Gemeinde die Herrlichkeit des HERRN sehen konnte, musste zunächst etwas geschehen. Mose zeigte auf die bereitgestellten Opfergaben und erklärte, dass der HERR dies geboten hatte. Aaron und das Volk bereiteten die Opfer also nicht nach eigenen Vorstellungen vor, sondern richteten sich nach dem empfangenen Gebot.
Aaron brachte zuerst die Opfer für sich selbst dar
Mose forderte Aaron auf, an den Altar zu treten und das Sündopfer sowie das Brandopfer für sich selbst darzubringen. Danach sollte er die Opfergaben des Volkes darbringen und für das Volk Sühne erwirken. Abschließend betonte Mose erneut, dass Aaron alles so tun solle, wie der HERR es geboten hatte.
Zuerst schlachtete Aaron das Kalb als Sündopfer für sich selbst. Seine Söhne reichten ihm das Blut. Aaron strich davon an die Hörner des Altars und goss das übrige Blut an dessen Fuß. Das Fett, die Nieren und den Leberlappen verbrannte er auf dem Altar; Fleisch und Haut ließ er außerhalb des Lagers verbrennen. Der Text bestätigt ausdrücklich, dass dies so geschah, wie der HERR es Mose geboten hatte.
Anschließend brachte Aaron sein Brandopfer dar. Er sprengte das Blut ringsum an den Altar und verbrannte die zerlegten Stücke sowie den Kopf auf dem Altar. Die Eingeweide und Unterschenkel wurden gewaschen und danach zusammen mit dem Brandopfer verbrannt.
Dass Aaron zuerst für sich selbst opferte, zeigt: Auch derjenige, der die Opfer des Volkes darbrachte, war von der vorgeschriebenen Opferordnung nicht ausgenommen. Aaron wandte sich nicht sofort den Opfergaben des Volkes zu. Erst nachdem er sein eigenes Sündopfer und Brandopfer vollendet hatte, begann er mit den Opfern für das Volk.
Auch die Opfer des Volkes folgten der festgelegten Reihenfolge
Aaron schlachtete den Ziegenbock als Sündopfer für das Volk und brachte ihn ebenso dar wie zuvor sein eigenes Sündopfer. Das Brandopfer brachte er nach der Vorschrift dar. Vom Speisopfer nahm er eine Handvoll und verbrannte sie zusätzlich zum morgendlichen Brandopfer. Als Friedensopfer schlachtete er einen Stier und einen Widder.
Aarons Söhne reichten ihm fortwährend das Blut und die vorgesehenen Teile der Opfertiere. Aaron sprengte das Blut ringsum an den Altar und verbrannte das Fett darauf. Die Bruststücke und die rechte Keule schwang er als Schwingopfer vor dem HERRN. Wieder hält der Text fest, dass alles so geschah, wie Mose es geboten hatte.
Nachdem Aaron das Sündopfer, das Brandopfer und das Friedensopfer vollendet hatte, hob er seine Hände zum Volk hin und segnete es. Mose und Aaron gingen in das Zelt der Begegnung. Als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk erneut. Vorbereitung, Opfer und Segen erfolgten somit in der gebotenen Reihenfolge.
Nach dem Ende der Opfer verzehrte Feuer die Gaben auf dem Altar
Als Mose und Aaron das Volk segneten, erschien die Herrlichkeit des HERRN dem ganzen Volk. Feuer ging vom HERRN aus und verzehrte das Brandopfer und die Fettstücke auf dem Altar. Als das Volk dies sah, jubelte es laut und warf sich zu Boden.
- Mose 9 schildert das Erscheinen der Herrlichkeit nicht als ein losgelöstes Ereignis. Zuerst brachte Aaron die Opfer für sich selbst dar. Dann vollendete er die verschiedenen Opfer für das Volk nach dem Gebot und segnete es gemeinsam mit Mose. Erst danach erschienen die Herrlichkeit und das Feuer. Wiederkehrende Formulierungen wie „wie der HERR geboten hatte“, „nach der Vorschrift“ und „wie Mose es geboten hatte“ unterstreichen, dass die Einzelheiten des Opferdienstes nicht eigenmächtig verändert wurden.
Als praktische Übung für heute kannst du das gesamte neunte Kapitel des 3. Buches Mose lesen und alle Stellen markieren, die den Ausdrücken „gebieten“, „wie geboten“ oder „nach der Vorschrift“ entsprechen. So lässt sich in der Reihenfolge des Textes nachvollziehen, welche Vorbereitungen und welche Schritte des Gehorsams dem abschließenden Feuer und dem Erscheinen der Herrlichkeit vorausgingen.
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