Warum knüpfte Mose Bedingungen an das Land östlich des Jordan?
Wir betrachten, warum Mose in 4. Mose 32 die Bitte der Rubeniter und Gaditer tadelte und wie sie das Land östlich des Jordan erhielten, nachdem sie versprochen hatten, gemeinsam mit den anderen Stämmen zu kämpfen.
Mose stellte Bedingungen, damit die Rubeniter und Gaditer nicht einfach das Land östlich des Jordan erhielten und sich anschließend vom Krieg fernhielten. Erst wenn sie bewaffnet mit den anderen Stämmen den Jordan überquerten und bis zum Ende kämpften, durften sie das Ostjordanland als Erbteil bekommen. 4. Mose 32 berichtet davon, wie die beiden Stämme, die zuerst gutes Land gefunden hatten, dennoch Verantwortung für den gemeinsamen Kampf des Volkes übernehmen mussten.
Die beiden Stämme entdeckten zuerst ein Land, das sich für ihre Herden eignete
Die Rubeniter und Gaditer besaßen sehr große Viehherden. Sie sahen, dass die Gebiete von Jaser und Gilead gut für die Viehzucht geeignet waren. Deshalb baten sie Mose, den Priester Eleasar und die Oberhäupter der Gemeinde, ihnen dieses Land als Erbteil zu geben.
Der letzte Satz ihrer Bitte machte das eigentliche Problem deutlich: Sie baten darum, den Jordan nicht überqueren zu müssen. Die anderen Stämme mussten über den Jordan ziehen, um ihr Land einzunehmen. Die beiden Stämme dagegen hatten bereits ein Gebiet gefunden, das ihren Familien und ihrem Vieh gute Lebensbedingungen bot.
Mose bestritt nicht, dass dieses Land für ihre Herden geeignet war. Stattdessen fragte er: „Eure Brüder sollen in den Kampf ziehen, und ihr wollt hierbleiben?“ Es ging nicht darum, welches Land besser war, sondern darum, ob sich die beiden Stämme dem gemeinsamen Kampf ihrer Brüder entziehen wollten.
Mose erinnerte an die Entmutigung der Vergangenheit
Mose warnte davor, dass die Bitte der beiden Stämme die übrigen Israeliten entmutigen könnte. Er erinnerte sie an ihre Vorfahren, die von Kadesch-Barnea aus das Land erkundet hatten. Nachdem sie es gesehen hatten, entmutigten sie die Israeliten, sodass das Volk nicht in das Land zog, das der HERR ihm gegeben hatte.
Infolgedessen durfte die damalige erwachsene Generation – mit Ausnahme von Josua und Kaleb – das verheißene Land nicht sehen. Israel zog vierzig Jahre lang in der Wüste umher. Mose erklärte, dass das Volk erneut in der Wüste zurückgelassen werden könnte, wenn sich die beiden Stämme vom HERRN abwandten.
Vergangenheit und Gegenwart bargen dieselbe Gefahr: Das Verhalten derjenigen, die das Land zuerst gesehen hatten, konnte den Aufbruch des übrigen Volkes verhindern. Bei der Entscheidung der beiden Stämme ging es daher nicht nur um ihren eigenen Wohnort. Sie konnte darüber entscheiden, ob alle Stämme gemeinsam den Jordan überqueren würden.
Die beiden Stämme verbanden ihre Bitte nun mit einer klaren Verantwortung
Nachdem die Rubeniter und Gaditer Mose gehört hatten, legten sie ihren Plan genauer dar. Sie wollten östlich des Jordan Pferche für ihr Vieh bauen und befestigte Städte errichten, in denen ihre Kinder bleiben konnten. Danach würden sie sich bewaffnen und an der Spitze der Israeliten in den Kampf ziehen.
Auch den Zeitpunkt ihrer Rückkehr benannten sie eindeutig. Sie würden nicht nach Hause zurückkehren, bevor jeder Israelit sein Erbteil erhalten hätte. Zugleich erklärten sie, dass sie ihr Erbteil östlich des Jordan erhalten und keinen Anteil am Land westlich des Jordan beanspruchen würden.
Mose nahm dieses Versprechen als Bedingung an. Wenn die beiden Stämme bewaffnet vor dem HERRN den Jordan überquerten und kämpften, bis das Land unterworfen war, sollte das Ostjordanland ihr Erbteil werden. Würden sie jedoch nicht mit hinüberziehen, hätten sie sich am HERRN versündigt und müssten ihr Erbteil unter den anderen Stämmen im Land Kanaan erhalten.
Mose teilte diese Bedingung auch dem Priester Eleasar, Josua und den Oberhäuptern der Stämme mit. Die Zusage der beiden Stämme blieb somit keine private Abmachung zwischen ihnen und Mose. Sie wurde zu einer öffentlich bestätigten Bedingung, die später von den Verantwortlichen für die Landverteilung geprüft und umgesetzt werden sollte.
Das zuerst erhaltene Land hob die gemeinsame Verantwortung nicht auf
Die beiden Stämme antworteten erneut: „Wir, deine Knechte, wollen tun, wie der HERR geboten hat.“ Daraufhin gab Mose den Gaditern, den Rubenitern und dem halben Stamm Manasse die Reiche Sihons und Ogs. Der anschließende Bericht schildert konkret, wie sie Städte bauten und das Land in Besitz nahmen.
Der Ablauf von 4. Mose 32 ist klar: Zuerst entdeckten die beiden Stämme das Land, dann folgten Moses Tadel, ihr Versprechen, die öffentliche Festlegung der Bedingungen und schließlich die Zuteilung des Landes. Dass sie ihr Erbteil östlich des Jordan früher erhielten, war untrennbar mit ihrem Versprechen verbunden, gemeinsam mit ihren Brüdern zu kämpfen. Deshalb sagte Mose zu ihnen: „Tut, was ihr versprochen habt.“
Eine konkrete Handlung für heute kann darin bestehen, sich an ein bereits gegebenes Versprechen zu erinnern und den ersten Schritt zu seiner Erfüllung zu tun. Statt immer neue Vorsätze zu fassen, können wir uns darauf konzentrieren, unsere Worte mit unserem tatsächlichen Handeln in Einklang zu bringen. Lesen Sie das gesamte Kapitel 4. Mose 32 noch einmal unter Bibel lesen und achten Sie darauf, wie die beiden Stämme dasselbe Versprechen wiederholt bekräftigten.
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