Warum wiederholt Numeri 28 die Opfer zu den festgesetzten Zeiten?
Numeri 28 nimmt das tägliche Brandopfer am Morgen und gegen Abend als Grundlage und ergänzt es um die Opfer am Sabbat, am Neumond und zu den Festen. Der Beitrag zeigt, wie die wiederkehrenden Gebote die Tage, Monate und Festzeiten Israels gliedern.
Im Mittelpunkt von Numeri 28 steht das Gebot, die für den HERRN bestimmten Opfergaben zu den festgesetzten Zeiten darzubringen, ohne sie zu versäumen. Der Text beschreibt der Reihe nach die Opferordnung: vom täglichen Brandopfer über den Sabbat und den Neumond bis zum Fest nach dem Passah und zum Wochenfest. Auch an besonderen Tagen entfiel das tägliche Brandopfer am Morgen und gegen Abend nicht. Die zusätzlichen Opfer wurden vielmehr darüber hinaus dargebracht.
Morgens und gegen Abend wurde dasselbe Opfer dargebracht
Der HERR gebot zunächst, jeden Tag zwei einjährige, fehlerlose Lämmer als regelmäßiges Brandopfer darzubringen. Das eine Lamm sollte am Morgen, das andere gegen Abend geopfert werden. Zu jedem Lamm gehörten ein Speiseopfer aus feinem Mehl, vermischt mit zerstoßenem Öl, sowie ein Trankopfer aus starkem Getränk.
Auch das Opfer gegen Abend musste mit demselben Speise- und Trankopfer wie am Morgen dargebracht werden. Es genügte also nicht, zu Beginn und am Ende des Tages lediglich Opfer gleichen Namens darzubringen. Die festgelegte Ordnung wurde vollständig wiederholt: die Zahl und Beschaffenheit der Lämmer, die Menge von Mehl und Öl und schließlich auch das Trankopfer.
Vers 2 gebietet, die Opfergaben sorgfältig „zu ihrer festgesetzten Zeit“ darzubringen. Vers 3 bezeichnet sie als das Brandopfer, das „täglich“ geopfert werden soll. Die Verse 4 und 8 unterteilen dieses tägliche Opfer nochmals in Morgen und Abend. Das Opfer war somit keine freiwillige Handlung, die man irgendwann vollzog, wenn man daran dachte. Es war eine täglich wiederkehrende Aufgabe, die nach einer festgelegten Zeit und Ordnung ausgeführt werden musste.
Auch an besonderen Tagen wurde das tägliche Brandopfer fortgesetzt
Am Sabbat sollten zwei fehlerlose Lämmer zusammen mit einem Speise- und einem Trankopfer dargebracht werden. Vers 10 erklärt jedoch ausdrücklich, dass dieses Opfer „zusätzlich zum täglichen Brandopfer und seinem Trankopfer“ dargebracht wurde. Das Sabbatopfer ersetzte das tägliche Brandopfer also nicht.
Am Neumond wurden zwei junge Stiere, ein Widder und sieben Lämmer als Brandopfer dargebracht. Für jedes Tier waren bestimmte Mengen an Speise- und Trankopfern vorgesehen. Dazu kam ein Ziegenbock als Sündopfer. Auch hier erklärt Vers 15, dass dieses Opfer zusätzlich zum täglichen Brandopfer und seinem Trankopfer dargebracht wurde.
Am vierzehnten Tag des ersten Monats wurde das Passah gefeiert. Vom fünfzehnten Tag an folgte ein siebentägiges Fest. Am ersten und am siebten Tag sollte sich die Gemeinde zu einer heiligen Versammlung einfinden und keinerlei Arbeit verrichten. Während der sieben Tage wurde täglich ein Feueropfer nach derselben Ordnung dargebracht. Die Verse 23 und 24 betonen jedoch erneut, dass diese Opfer zusätzlich zum morgendlichen Brandopfer und seinem Trankopfer dargebracht werden sollten.
Auch am Wochenfest kam die Gemeinde zu einer heiligen Versammlung zusammen und durfte keine Arbeit verrichten. Am Tag der Darbringung der Erstlingsfrüchte wurden zusammen mit einem neuen Speiseopfer zwei junge Stiere, ein Widder und sieben Lämmer als Brandopfer sowie ein Ziegenbock dargebracht. Der abschließende Vers 31 bestätigt, dass alle Opfertiere fehlerlos sein mussten und zusätzlich zum täglichen Brandopfer mit seinem Speise- und Trankopfer dargebracht wurden.
Die wiederkehrenden Opfer gliederten Tage, Monate und Festzeiten
Die Ordnung in Numeri 28 beginnt beim täglichen Opfer und weitet sich dann auf jeden Sabbat, jeden Neumond, das Fest im ersten Monat und schließlich auf das Wochenfest zur Darbringung der Erstlingsfrüchte aus. Die zeitlichen Abstände sind unterschiedlich. Das Gebot, den festgesetzten Zeitpunkt, das vorgeschriebene Opfer und die bestimmte Menge einzuhalten, bleibt jedoch stets gleich.
Besonders auffällig ist, dass die Wendung „zusätzlich zum täglichen Brandopfer“ beim Sabbat, beim Neumond und bei den Festen immer wieder erscheint. Wie viele besondere Tage auch hinzukamen, das Opfer am Morgen und gegen Abend wurde niemals unterbrochen. Die Wiederholung an gewöhnlichen Tagen und die zusätzlichen Opfer an besonderen Tagen bildeten gemeinsam die Ordnung der Tage, Monate und Festzeiten Israels.
Der Text zählt nicht einfach nur ausführlich verschiedene Opfertiere auf. Er hält eine konkrete Ordnung fest: Die Opfer mussten fehlerlos sein, die vorgeschriebenen Mengen mussten eingehalten und die Gaben zu den festgesetzten Zeiten dargebracht werden. An Tagen mit einer heiligen Versammlung sollte das Volk außerdem zusammenkommen und jede Arbeit ruhen lassen. Die Wiederholungen in Numeri 28 sind daher keine überflüssigen Wiederholungen desselben Inhalts. Sie unterscheiden zwischen dem täglichen Brandopfer, das an keinem Tag ausfiel, und den zusätzlichen Opfern zu bestimmten Zeiten. So blieb eindeutig, was zu jeder Zeit getan werden sollte.
Eine konkrete Anregung für heute: Lies Numeri 28 noch einmal unter /bible und markiere die Ausdrücke „täglich“, „an jedem Sabbat“, „an jedem Neumond“, „sieben Tage lang“ und „zusätzlich zum täglichen Brandopfer“. Wenn du diesen wiederkehrenden Zeitangaben folgst, wird die Ordnung des Textes deutlich: Die Gebote für besondere Festzeiten heben die täglichen Gebote nicht auf, sondern kommen zu ihnen hinzu.
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