Was tun, wenn die Lebensgrundlage wegbricht?
Genesis 47 zeigt, wie Jakobs Familie und die Menschen in Ägypten während einer schweren Hungersnot Wohnraum und Nahrung erhielten. Der Text lädt dazu ein, Notlagen nicht zu verbergen, sondern offen um die notwendige Hilfe zu bitten.

Wenn die eigene Lebensgrundlage wegbricht, weiß man oft nicht, wo man anfangen und was man sagen soll. Genesis 47 berichtet von Menschen, die einen Ort zum Leben und etwas zu essen brauchten. Sie legten ihre Lage offen und baten konkret um Hilfe. Daraus können wir heute lernen, ehrlich und klar auszusprechen, was uns fehlt.
Jakobs Familie bat um einen Ort zum Leben
Josef berichtete dem Pharao, dass sein Vater, seine Brüder, ihre Schafe und Rinder sowie ihr gesamter Besitz im Land Goschen angekommen waren. Josefs Brüder erklärten, dass sie Hirten seien. Weil die Hungersnot in Kanaan so schwer war und es dort kein Weideland mehr für ihre Herden gab, baten sie darum, sich im Land Goschen niederlassen zu dürfen.
Der Pharao wies Josef an, sie in einem der besten Gebiete Ägyptens wohnen zu lassen. Falls sich unter ihnen besonders fähige Männer befänden, sollten sie außerdem die Aufsicht über die Herden des Pharaos übernehmen. Josef folgte dem Befehl, gab seiner Familie einen Wohnort und versorgte sie entsprechend der Zahl ihrer Angehörigen mit Nahrung. So erhielt Jakobs Familie den benötigten Lebensraum und ausreichend zu essen.
Als die Hungersnot schlimmer wurde, schrumpfte der Besitz
Die Hungersnot verschärfte sich in Ägypten und Kanaan weiter. Die Menschen gaben ihr gesamtes Geld aus, um Getreide zu kaufen. Als ihnen kein Geld mehr blieb, überließen sie Josef ihr Vieh und erhielten dafür Nahrung für dieses Jahr.
Im folgenden Jahr erklärten sie, dass weder Geld noch Vieh übrig seien und sie nur noch ihren Körper und ihr Land besäßen. Sie baten Josef, sie selbst und ihre Felder gegen Nahrung zu erwerben und ihnen Saatgut zu geben. Josef brachte das gesamte Ackerland Ägyptens in den Besitz des Pharaos und siedelte die Bevölkerung in den Städten an. Nur das Land der Priester kaufte er nicht, weil sie vom Pharao feste Einkünfte erhielten.
Josef gab den Menschen Saatgut und forderte sie auf, es auf den Feldern auszusäen. Ein Fünftel der Ernte sollten sie dem Pharao abgeben. Den Rest durften sie als Saatgut und zur Ernährung ihrer Familien verwenden. Die Menschen sagten, Josef habe ihnen das Leben gerettet. Der Text verschweigt jedoch auch nicht, dass sich während der Hungersnot die Besitzverhältnisse bei Geld, Vieh und Land nach und nach veränderten.
In Goschen fand die Familie eine neue Heimat
Die Israeliten ließen sich im Land Goschen nieder, erwarben dort Besitz, wurden fruchtbar und vermehrten sich stark. Jakob lebte noch siebzehn Jahre in Ägypten und wurde 147 Jahre alt.
Als sein Tod näher rückte, bat Jakob Josef, ihn nicht in Ägypten zu begraben. Wenn er bei seinen Vorfahren zur Ruhe gegangen sei, solle Josef ihn aus Ägypten fortbringen und in der Grabstätte seiner Väter bestatten. Josef versprach, den Wunsch seines Vaters zu erfüllen, und schwor es ihm. Auch am Ende seines Lebens ließ Jakob seinen Wunsch nicht im Unklaren, sondern sprach ihn konkret aus.
Schreibe die Hilfe, die du heute brauchst, in einem Satz auf
Der Text verspricht nicht, dass jedes Problem sofort gelöst wird, sobald wir um Hilfe bitten. Doch Josefs Brüder, die ägyptische Bevölkerung und Jakob verschwiegen weder ihre Lage noch das, was sie benötigten.
Wähle eine Schwierigkeit aus, die du heute angehen musst. Schreibe dann in einem Satz auf: „Was fehlt mir gerade, und wen werde ich um welche Hilfe bitten?“ Bevor du deine Bitte aussprichst, kannst du auch Genesis 47 noch einmal lesen und darauf achten, was die einzelnen Personen sagten und was sie daraufhin erhielten.
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