Warum ließ Abram Lot zuerst das Land wählen?
In 1. Mose 13 lässt Abram Lot zuerst das Land wählen, um den Streit der Hirten zu beenden. Wir betrachten diese Entscheidung und das anschließende Wort Gottes.

Abram ließ Lot zuerst das Land wählen, damit sie nicht miteinander stritten und als Verwandte zusammenlebten. 1. Mose 13 berichtet von zwei Männern, die wegen ihres großen Besitzes nicht zusammenbleiben konnten, und davon, dass Abram Lot die erste Wahl überließ. Nachdem Lot gegangen war, gab Gott Abram Worte über das Land, das er sehen konnte, und über seine Nachkommen.
Großer Besitz wird zur Ursache von Streit
Abram zog mit seiner Frau und allem, was er besaß, aus Ägypten hinaus. Lot ging mit ihm. Abram zog aus dem Süden an den Ort zwischen Bethel und Ai, wo er früher sein Zelt aufgeschlagen hatte. Es war der Ort, an dem Abram zuerst einen Altar gebaut hatte. Dort rief er den Namen des HERRN an.
Abram besaß reichlich Vieh sowie Silber und Gold. Auch Lot hatte Schafe, Rinder und Zelte. Als der Besitz der beiden immer größer wurde, reichte das Land nicht mehr aus, damit sie zusammen darin wohnen konnten. Schließlich gerieten die Hirten von Abrams Vieh und die Hirten von Lots Vieh miteinander in Streit.
Der Text sagt nicht, dass der Konflikt der beiden aus vagen Gefühlen entstanden wäre. Der gemeinsame Lebensraum war begrenzt, und auf beiden Seiten gab es viel Vieh und viel Besitz. Abram ließ die Lage nicht einfach so stehen, sondern sprach Lot zuerst an.
Abram sagte zuerst, dass sie Verwandte sind
Abram sagte zu Lot, dass sie und ihre Hirten nicht miteinander streiten sollten. Als Grund nannte er die Tatsache, dass die beiden Verwandte seien. Abram sprach also zuerst über die Beziehung der beiden und den Streit der Hirten, noch bevor er über die Aufteilung des Landes sprach.
Er sagte zu Lot, das ganze Land liege vor ihm, und forderte ihn auf, sich zu trennen. Wenn Lot die linke Seite wähle, wolle er selbst nach rechts gehen, und wenn Lot die rechte Seite wähle, wolle er selbst nach links gehen. Abram legte also nicht selbst zuerst die Richtung fest. Er schlug vor, dass Lot zuerst wählen dürfe und er selbst dann auf die gegenüberliegende Seite gehen werde.
Abrams Vorschlag eröffnete tatsächlich einen Weg, wie die beiden getrennt voneinander leben konnten. Er forderte nicht nur mit Worten dazu auf, den Streit der Hirten zu beenden, sondern gab Lot eine konkrete Wahl, durch die sich die Situation des gemeinsamen Zusammenlebens verändern ließ.
Nach Lots Wahl spricht Gott zu Abram
Lot hob seine Augen und sah die ganze Jordan-Ebene. Dort gab es reichlich Wasser bis nach Zoar. Lot wählte die ganze Jordan-Ebene und zog nach Osten weiter, und die beiden trennten sich voneinander. Abram blieb im Land Kanaan, Lot wohnte in den Städten der Ebene und schlug seine Zelte bis nach Sodom auf. Der Text fügt hinzu, dass die Leute von Sodom vor dem HERRN große Sünder waren.
Nachdem Lot weggezogen war, sprach der HERR zu Abram und forderte ihn auf, seine Augen zu heben und nach Norden, Süden, Osten und Westen zu schauen. Gott sagte, dass er ihm und seinen Nachkommen das Land geben werde, das er sehe. Er versprach auch, seine Nachkommen so zahlreich zu machen wie den Staub der Erde. Danach sagte er zu Abram, er solle aufstehen und das Land der Länge und der Breite nach durchschreiten.
Abram zog mit seinem Zelt weiter und kam nach Hebron zu den Terebinthen Mamres und blieb dort wohnen. Und dort baute er dem HERRN einen Altar. 1. Mose 13 berichtet nicht nur vom Streit der Hirten und von der Trennung der beiden Männer. Es hält auch fest, wie Abram Lot zuerst wählen ließ, und führt dann weiter zu dem Wort Gottes, das Abram danach gegeben wurde.
Vor dem Streit zuerst die Wahl überlassen
Man kann diesen Vorgang nicht einfach so verallgemeinern, als würde er gebieten, in jedem Konflikt grundsätzlich auf den eigenen Anteil zu verzichten. Was der Text klar erkennen lässt, ist, dass Abram den Streit nicht laufen ließ. Er betonte, dass sie Verwandte seien, bat darum, nicht zu streiten, und ließ Lot zuerst die Richtung wählen.
Was man heute tun kann, ist dies: In einer Sache, in der gerade Streit entstanden ist, der anderen Seite eine konkrete Wahl zu überlassen. Nachdem du nachgesehen hast, was Abram in 1. Mose 13 sagte, kannst du sagen: „Lass uns deswegen nicht streiten. Bitte wähle zuerst zwischen diesen beiden Möglichkeiten.“ Es geht nicht darum, sich nur vage vorzunehmen, gut miteinander auszukommen, sondern darum, in dem Punkt, der den Konflikt ausgelöst hat, der anderen Seite die erste Entscheidung zu überlassen.
Textgrundlage
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- Mose 13,1-4
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- Mose 13,5-13
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- Mose 13,14-18
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