4. Mose 9 spricht vom festgesetzten Zeitpunkt und vom gehorsamen Warten
4. Mose 9 zeigt anhand des festgelegten Passahtermins und der Wolke über der Stiftshütte, wie Israel nach Gottes Weisung handelte und wartete.
Im Mittelpunkt von 4. Mose 9 steht, dass Israel zu der vom HERRN bestimmten Zeit handelte und wartete, solange kein neuer Befehl erging. Weder beim Passahfest noch beim Aufbruch nach der Wolke über der Stiftshütte bestimmten die Israeliten selbst den Zeitpunkt oder die Richtung. Das Kapitel zeigt sowohl den Gehorsam, nach einem Befehl zu handeln, als auch den Gehorsam, bis zum Aufbruch auszuharren.
Das Passah wurde zum festgesetzten Zeitpunkt und nach den vorgeschriebenen Ordnungen gefeiert
Im ersten Monat des zweiten Jahres nach dem Auszug aus Ägypten gebot der HERR Mose, das Passah zu feiern. Als Zeitpunkt war der vierzehnte Tag des ersten Monats gegen Abend festgelegt. Auch die Art der Feier durfte das Volk nicht nach eigenem Ermessen verändern. Es musste alle Satzungen und Vorschriften einhalten.
Als Mose diesen Befehl weitergab, feierten die Israeliten das Passah in der Wüste Sinai. Vers 5 berichtet, dass sie alles so ausführten, wie der HERR es Mose geboten hatte. Damit wird nicht nur festgestellt, dass sie das Passah feierten. Der Text betont ausdrücklich, dass sie sich genau an den festgesetzten Zeitpunkt und die vorgeschriebenen Ordnungen hielten.
Einige Männer waren jedoch durch die Berührung mit einem Toten unrein geworden und konnten das Passah an diesem Tag nicht feiern. Sie wandten sich an Mose und Aaron und fragten, warum sie daran gehindert sein sollten, dem HERRN zur festgesetzten Zeit ihre Gabe darzubringen. Mose fällte nicht sofort ein eigenes Urteil. Er forderte sie auf zu warten, bis er gehört hatte, was der HERR in ihrem Fall gebieten würde.
Der HERR bestimmte, dass auch Menschen, die durch einen Toten unrein geworden waren oder sich auf einer weiten Reise befanden, das Passah feiern sollten. Sie sollten es am vierzehnten Tag des zweiten Monats gegen Abend halten und das Lamm mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern essen. Auch alle übrigen Vorschriften des Passahfestes galten weiterhin: Sie durften nichts bis zum Morgen übrig lassen und keinen Knochen des Lammes zerbrechen. Ihnen wurde zwar ein neuer Termin eingeräumt, doch dadurch verlor das Passah weder an Bedeutung noch wurden seine Ordnungen aufgehoben.
Wer dagegen rein war, sich nicht auf einer Reise befand und das Passah dennoch nicht feierte, musste die Verantwortung dafür tragen und aus seinem Volk ausgeschlossen werden. Auch ein Fremder, der das Passah feiern wollte, hatte dieselben Vorschriften wie ein Einheimischer zu befolgen. Für unterschiedliche Lebensumstände konnte ein anderer Termin angeordnet werden, doch niemand durfte das Passah nach eigenen Vorstellungen verändern.
Wenn die Wolke blieb, blieben sie; wenn sie sich erhob, zogen sie weiter
Von dem Tag an, an dem die Stiftshütte aufgerichtet wurde, bedeckte eine Wolke das Zelt des Zeugnisses. Am Tag war die Wolke zu sehen, und in der Nacht erschien etwas, das wie Feuer aussah. Sobald sich die Wolke von der Stiftshütte erhob, brachen die Israeliten auf. Wo sie sich niederließ, schlugen sie ihr Lager auf.
Der Text beschreibt dieses Verhalten wiederholt anhand verschiedener Situationen. Blieb die Wolke lange, blieb auch das Volk lange an diesem Ort. Verweilte sie nur wenige Tage, blieben die Israeliten während dieser Zeit im Lager. War sie lediglich vom Abend bis zum Morgen da und erhob sich am Morgen, brachen sie am Morgen auf. Ob zwei Tage, einen Monat oder ein Jahr – solange die Wolke über der Stiftshütte blieb, zogen sie nicht weiter.
Nicht das Volk entschied, ob der Aufenthalt lang oder kurz dauern sollte. Auch die Zeit des Aufbruchs richtete sich nicht danach, wann eine Reise besonders bequem gewesen wäre. Solange die Wolke blieb, hielten sie sich nach dem Befehl des HERRN im Lager auf. Sobald sie sich erhob, machten sie sich nach seinem Befehl auf den Weg. Vers 23 fasst zusammen, dass sie sowohl beim Lagern als auch beim Aufbruch dem Befehl des HERRN folgten, den er ihnen durch Mose gegeben hatte.
Gehorsam zeigte sich sowohl im Handeln als auch im Warten
Im Abschnitt über das Passah wird wiederholt beschrieben, wie das Volk zur festgesetzten Zeit nach Gottes Anweisung handelte. Im Abschnitt über die Wolke stehen der Aufbruch auf Gottes Befehl und das geduldige Bleiben, solange die Wolke ruhte, einander gegenüber. Auch Mose urteilte nicht, bevor er die Antwort kannte, sondern wartete auf die Weisung des HERRN.
Dem Befehl zu folgen bedeutet in 4. Mose 9 daher nicht, alles möglichst schnell auszuführen. Es bedeutet, zum festgesetzten Zeitpunkt zu handeln, gegebene Ordnungen unverändert einzuhalten und im Lager zu bleiben, wenn die Wolke ruht – selbst wenn niemand weiß, wie lange. Der Gehorsam des Volkes zeigte sich nicht nur beim Aufbruch, sondern ebenso darin, nicht aufzubrechen.
Eine konkrete Handlung für heute besteht darin, 4. Mose 9 noch einmal zu lesen und dabei Ausdrücke wie „gebieten“, „bleiben“, „sich erheben“ und „aufbrechen“ zu markieren. So lässt sich anhand der Wiederholungen im Text genau nachvollziehen, wann das Volk handelte, wann es wartete und wessen Befehl dafür maßgeblich war.
Ähnliche Beiträge
Deuteronomium 16 gebietet Erinnerung, Freude und Gerechtigkeit
Anhand der drei Feste und der Anordnungen für die Rechtsprechung in Deuteronomium 16 betrachten wir, wie die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten in gemeinsamer Freude und unparteiischen Urteilen sichtbar wird.
Warum wiederholt Numeri 28 die Opfer zu den festgesetzten Zeiten?
Numeri 28 nimmt das tägliche Brandopfer am Morgen und gegen Abend als Grundlage und ergänzt es um die Opfer am Sabbat, am Neumond und zu den Festen. Der Beitrag zeigt, wie die wiederkehrenden Gebote die Tage, Monate und Festzeiten Israels gliedern.
Was geschah beim Passah in 2. Mose 12?
Anhand von 2. Mose 12 betrachten wir, wie die Häuser der Israeliten in der Passahnacht vom Gericht verschont blieben und das Volk aus Ägypten auszog.
Machen Sie aus diesem Artikel Ihre heutige Bibellese
McCheyne-Plan, fortlaufendes Lesen, Notizen und Fortschritt bleiben zusammen, damit der nächste Abschnitt klar ist.
- Heutige Abschnitte
- Lese-Checkliste
- Notizen und Markierungen
